Banana Pate oder Kulinarische Highlights Südamerikas

Für einige ist es sicherlich interessant zu erfahren, was uns die einheimische Küche an Leckereien serviert und welche Geschmackserlebnisse wir davontragen.

Mit vielen Erwartungen kam ich nach Südamerika, dem Inbegriff der Kartoffel für mich. Von hieraus nahm Kolumbus sie mit nach Europa. Im Geiste gesellten sich Dinge wie Maniok (Süßkartoffel) hinzu und es müßte wahrscheinlich noch etliche andere Wurzelgemüse geben. Eben das, was der Boden hergibt. Nicht fehlen dürften Bananen, der Kaffee kommt von hier, wahrscheinlich auch Tee. Außerdem natürlich Fleisch, vor allem Rindfleisch.

In Buenos Aires angekommen, lernte ich eine Amerikanerin im Hostel kennen, die schon 8 Monate in Argentinien lebt und arbeitet. Sie spricht sehr gut und hat intensiven Kontakt zu den Einheimischen. Perfekt also, um mich in die hiesige Küche einzuführen. Auf meine Frage, was denn ein typisch argentisches Essen sei und wo wir es in der Hauptstadt finden könnten, war die Antwort denkbar simpel. Es gäbe Pizza und Pasta (von den vielen italienischen Einwanderern), Parilla (gesprochen: Pariescha) oder Burger mit Pommes. Parilla ist Gegrilltes, vor allem Fleisch (Lomo oder Pollo) oder Wurst (Chorizo). Zu den Burgern muss man sagen, dass es zwar auch McDonald und Co. gibt, sie aber auch an jeder Ecke selbstzubereitet werden, der Belag zwischen Fleisch und Brötchen ist dagegen nicht so uppig und beschränkt sich, wenn dann auf Tomate. Ein Paradies für Fleischesser also. Aber über 5000km Anreise, nur um dann Spaghetti Bolognese zu essen? Ich fragte nochmal nach, dass ich das ursprüngliche Essen in Argentinien suche, vielleicht etwas, dass sich aus der Zeit vor den Spaniern und anderen Einwanderern bewahrt hätte. Und immerhin, die mir mitlerweile ans Herz gewachsenen Empanadas seien wohl eher lokale Küche, wenn auch nur ein Appetithappen für zwischendurch. Dabei handelt sich um gefüllte Teigtaschen, die in verschiedensten Größen gereicht und wahlweise mit Käse oder Fleisch gefüllt werden. Das Ganze wird in die Fritöse geworfen und fertig ist der Happen. Ansonsten isst man noch Sandwiches (belegt mit Fleisch, Wurst oder Tomate und Käse). Trotz der fettreichen Ernährung sind die Menschen erstaunlich dünn, in Buenos Aires schaffen es die Frauen in die engsten Klamotten und sehen dabei noch gut aus. Gleiches gilt auch für Urugay. Allgegenwärtig sind zudem die Mate-Becher samt Thermoskanne, damit man jederzeit heißes Wasser nachschenken kann. Ob die Familie im Park oder der Zollbeamte an der Grenze, alle trinken Mate und strahlen dabei vor allem eins aus – Gelassenheit.

In Chile ändert sich das Bild kaum. Die Menschen werden fülliger und gegrilltes Fleisch mit Pommes bestimmen auch hier den Speiseplan. Dazu kam für uns an Küste Fisch und Meeresfrüchte. Der Fisch wird dabei meist auch im Ganzen in die Fritöse geworfen (unpaniert und nur gesalzen) und dann mit Pommes und/oder Reis serviert. Eine kleine Salatbeilage rundet das Essen ab. Soßen gibt es kaum.

Peru habe ich bisher nur an der Küste kennengelernt. Neben Pizza, Pasta, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, gibt es hier auch vermehrt Obst am Strassenrand zu kaufen. Mangos, Orangen, Bananen (auch Kochbananen) und Wassermelonen. Außerdem lerne ich in Peru Ceviche kennen, roher Fischsalat mit Zitrone und reichlich Zwiebel als Vorspeise. Hinzukommen Suppen, von Gemüsesuppe bis Champignoncremsuppe ist einiges möglich. Außerdem finden sich nun neben Tomaten und Zwiebeln auch Avocado in einem Salat. Ansonsten finden sich an vielen Ecken sogenannte Polleria, Broiler-Restaurants, würde der Berliner sagen. In Nazca verdrücken wir Männer jeder ein halbes Hähnchen vom Grill mit Pommes und Salat. Sehr lecker aber leider auch mehr als der Magen leisten kann. Die Augen waren größer und so liegen wir abends mit Schmerzen im Bett und sehnen den Schlaf herbei. Lecker war es trotzdem 🙂 Da hilft meißt nur Schnaps, um es dem Bauch etwas leichter zu machen. Am bekanntesten ist hier der Pisco Sour, der aus der Region um die gleichnamige Stadt her stammt. Vergleichbar mit einem Gin Fizz haben auch wir ihn zu schätzen gelernt. Eine landesweite Delikatesse sind Meerschweinchen, gerillt. Hier heißen sie „CUY“ (sprich: kui). Weil sie eben diesen Laut bei Gefahr von sich geben, gaben die Ureinwohner ihnen diesen Namen. Bis Ecuador schaffen wir es aber nicht, sie in einem Restaurant zu bestellen.

Ecuador überrascht uns erstmal durch seine grüne Natur. Nach den Wochen in karger sandiger und steiniger Landschaft, ist das saftige Grüne, die vielen Bäume und weiten Wiesen ein Erholung für die Augen. Die vielen Hügel und Berge erinnern mich stark an Österreich oder die Schweiz. Dazu die Rinder, die überall grasen. Neben den üblichen Verdächtigen wird hier ein traditionelle Suppe gereicht, Locro de Papas. Eine einfache Kartoffelsuppe mit Kartoffelstückchen, einem Stück Avocado und Käse – sehr lecker. Überhaupt wird hier zu fast jedem Gericht eine Avocadospalte als Garnierung getan, sehr angenehm. Außerdem findet sich nun Koriander in vielen Gerichten und erweitert sich die Speisekarte um Schwein. Geschrieben finden wir es nicht, aber vor etlichen Restaurants wird das gute Stück im Ganzen gegrillt aufgebaut und über den Tag verteilt zerlegt. Wohl je nachdem, was der Gast wünscht. Auch Innereien landen auf dem Grill – Wohl bekommst. Auch Obst findest sich reichlich auf Ständen und Märkten. Im großen Stil werden gerade Kirschen und Erdbeeren angeboten. Neben Bananen, Papaja, Mangno, Bananen und Ananas, finden sich aber auch Pflaumen, Kochbananen und Kakturfeigen. Äpfel gibt es eigentlich überall auf dem Kontinent. Alles sehr lecker und für alle Obstmaden sehr zu empfehlen. Was mich noch überrascht, die Ecuadorianer habe eine Vorliebe für Eis und Kaffee. Wenn auch Abends kein Restaurant mehr offen hat, einen Café und eine Kugel Eis bekommt man bestimmt noch. Alternativ wird auch eine Art Speisecremé gereicht die Eis sehr ähnlich sieht, aber nicht schmilzt. Meerschweinchen sind immer noch offen auf unserem Speisezettel. Wir hoffen auf Kolumbien.

Kolumbien ist die Heimat des Kaffee, so will es uns die Werbung in Deutschland zumindest suggerieren. Und Bananen werden von hier in alle Welt exportiert. Und tatsächlich entdecken wir viele Früchte, die am Strassenrand verkauft werden (auch Bananen) oder dort zum Trocknen ausgelegt sind. Mangos, Papayas, Melonen und anderes Obst ist an Ständen direkt auf der Strassen zu erwerben und ein willkommener Snack für zwischendurch. Wir probieren frischen Zitronensaft mit Milch (und Zucker gesüßt), der an diesem heißen Tag einfach nur köstlich schmeckt. Beim Essen übernimmt die Banane hier in Kolumbien das, was in Ecuador noch die Avocado war. Es gibt gebratene Bananen an vielen Gerichten und auch Sopa des Platana wird gereicht. Cafés gibt es in den größeren Städten an fast jeder Ecke. Neben Kaffee wird hier auch meist Backware angeboten. Brötchen, Süßwaren, Torten u.v.m. locken nicht nur den hungrigen Touristen an. Der Kaffee ist eine sehr dünne Angelegenheit und schmeckt nach dem, was beigefügt wird (z.B. Zucker, Milch). Eigengeschmack hat er eigentlich keinen, was eine Tasse schwarzen Kaffee zu nicht mehr als heißem Wasser degradiert. Für einen guten Kaffee nach europäischem Geschmack muss man daher die touristischeren Cafés ansteuern. Starbucks sucht man hier Gott sei Dank noch vergebens.

Roman

P.s: Der Banana Pate mag keine Bananen.


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