Fotoshooting

Hier einmal ein paar Bilder von uns. Von professionellen Fotografen, so nennt man die, die einen zwingen, sich in der Jack Daniel’s Distillery in einer Reihe aufzustellen (1.Reihe 4. von links – Jana, 2. Reihe, Position 2 – Gary und Position 3 – Patrick), um ein Foto zu schießen. Der Kommentar von Gary zur Frau im kurzen, orangen Kleid ganz links: „Was kosten diese Brüste?“ (mit amerikanischem Akzent!!!).

Fotografen, heißen auch die, die sich an den Kurven des „Dragon Tails“ positionieren (fast im Gebüsch hocken) und einen ungefragt „abschießen“, wenn man genüsslich seine 318 Kurven in 11 Meilen fährt. Und dann darf man diese Fotos kaufen – wenn man will. Ihr dürft euch – wenn ihr wollt – die zensierten Fotos online anschauen. Die Kosten nix: Serie 1 (14 Bilder) und Serie 2 (20 Bilder).

In diesem Sinne: Besteht auf eure (Foto-) Rechte! 😉

 

Nachtrag: Auch im White Sox-Stadium wird man fotografiert… Fans


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Teil 1: Der lange Weg nach Westen

Auf mehrfachen Wunsch unterbreche auch ich meinen Urlaub, um euch über unsere Rundreise durch die Staaten zu informieren. Inzwischen stehen vor dem Eingang des Yellowstone Nationalparks, die Sonne wärmt uns hier auf 2000m Höhe gut durch und das schlechte Wetter scheint in den Rocky Mountains gefangen zu sein. Aber bis hierher war es weiter Weg, also von vorn.

Die vielen Canyons
Am Antilope-Canyon trennte sich die Viererbande, Jana und Patrick führen durch die Canyons „linksherum“ und wir nahmen den entgegengesetzten Weg. Monument Valley, Arches, Canyonland, Capital Reef, Bryce, Zion lagen auf unserem Weg bzw. waren unsere Stationen. Viele haben wir gesehen, einige umfahren, auf jeden waren wir faszinierend von der Erfahrung, daß wirklich jeder Canyon einzigartig ist und keine zwei sich gleichen. Selbst wenn sie auf den gegenüberliegenden Straßenseiten liegen (wie Arches und Canyonland). Mit Hilfe der Karte und vieler Vorbeireisender, verließen wir zeitweise die asphaltierten Wege und gewannen Perspektiven auf schottrigen bis sandigen Pisten.

Mit den Canyons kam die Kälte. Was Lila gefällt und sie einen kühlen Kopf bewahren läßt, wurde für uns zu einer Suche nach Sonnenschein. Obwohl schon Mai, fiel das Thermometer nachts gern unter 10°C und wir waren froh, wenigstens einen dicken Schlafsack als Decke verwenden zu können.

Am Bryce Canyon trafen wir vier uns wieder und konnten uns nochmal verabschieden, denn von hier aus würden wir definitiv in verschiedene Richtung weiterfahren.

Sin City
Wir hielten Kurs auf das nächste Highlight – Las Vegas. Was schwirrte mir nicht alles im Kopf herum, was diese Stadt alles zu bieten hat. Unzählige Filme huldigen ihr bzw. lassen ihre Handlung dort ablaufen. Länger als eine Nacht haben wir es dort aber nicht ausgehalten. Das mag an der Faszination durch die nachwirkende Canyonlandschaften gelegen haben. Kann auch sein, daß wir als Europäer wesentlich übersättigter sind, was Spiel, Spaß und Lebensfreude als unsere amerikanischen Freunde. Jedenfalls rissen uns die großen Hotels, die kitschigen Inneneinrichtungen, das Alkoholtrinken auf offener Straße usw. nicht vom Hocker. Wir kamen nicht mal in Stimmung ein paar Dollar an einem einarmigen Banditen zu verjubeln. Und auch die fixe Idee, sich vllt doch noch in einer der vielen kleinen Kapellen zu trauen, verflog schnell, da sich keine romatische Stimmung einstellen wollte.

Stattdessen durchstreiften wir die Hotelpaläste, die seit Ocean 11 fast jedem vom Namen her geläufig sind. Waren dadurch in Rom, Venedig und Agypten an nur einem Abend. Ansonsten wimmelt es von Leuten, auf dem Strip und in den Hotels. Überall sieht man mehr oder weniger betrunkene Menschen und selbst spät in der Nacht wird noch Alkohol ausgeschenkt *verrückt* Den darf man sogar auf der Straße trinken *das kann ich auch in Berlin haben*, ansonsten tummelt sich alles in den Casinos, Restaurants oder Shoppingmeilen in und um die Hotels herum. Außerhalb des Strip wird die Gegend vom Reiseführer als gefährlich und des Nachts zu meiden eingestuft. Selbige Empfehlung bekamen wir auch am Campingplatz. Und das war dann auf jeden Fall auch die coolste Erfahrung, die ich mitnehme, die Übernachtung in einem Airstream.

Am nächsten Tag zog es uns dann wieder raus in die Natur, Hoover-Damm in der unmittelbaren Umgebung war unser nächstes Ziel. Wikipedia klärte mich hier auf, dass es sich nicht um einen Damm, sondern um eine Staumauer handelt. Beeindruckend ist sie auf jeden Fall und sorgt immerhin dafür, daß sowohl Las Vegas als auch Kalifornien sowie Arizona nicht verdurstet.

Ringen um Zumo
Oder wie ich zu einem Navi kam. Seit der Einreise in die USA verstärkte sich in mir der Drang, so einen kleinen Kasten am Lenker zu montieren, der mir gerade in den unübersichtlichen Großstädten zuverlässig sagt, wo es lang geht. Und da in diesem Land alles möglich ist, sollte die Beschaffung eines solchen kein Problem darstellen. Zunächst behalf ich mir mit intensiver Internetrecherche. Bei Garmin direkt wurde auf Target verwiesen, eine amerikanische Kaufhauskette, die auch Elektronikartikel vertreibt. Targets gibt es in Hülle und Fülle, aber GPS speziell für Motorräder haben sie eher nicht. Dennoch steuerte ich einige an und war jedes Mal enttäuscht vom Angebot. Alternativ gibt es einige Online-Händler, die gerne an Adressen versenden. Sowas fehlt mir hier nur leider. Also schlenderte ich auch in Vegas frohen Mutes zu einem Target und sie hatten tatsächlich GPS-Navis im Angebot, nur nicht das, was ich wollte. Beim Verlassen viel mein Blick auf das große Schild, das ein Geschäft namens „Cycle Gears“ auswiest. Klingt nach Motorrad – also nix wie hin. Die Jungs waren sehr freundlich, ich bekam sogar einen Aufkleber von ihnen 🙂 „So ein Ding will jeder haben“ war die Antwort auf meine Frage und natürlich führen sie sowas nicht. Immerhin hatten sie Freitag Mittag offen und einer Griff sogar zum Telefon. Seine Hilfe bestand darin, mich an den ortsansäßigen BMW-Dealer weiterzuleiten, der auf jeden Fall 2 GPS hat, aber nicht das, was ich will. Irgendwie zog es mich dennoch dorthin. Wahrscheinlich, um ein wenig bei Heikki und seinen vielen Besuchen in eben diesen Service-Stations in Süd- und Mittelamerika nachempfinden zu können. Und die Leute einmal von nahem kennenzulernen, die dieses deutsche Markenprodukt vertreiben.

So we followed the description and found the BMW service center right on our way out of town towards Hoover Dam. We parked in front (of course) and went inside. On a friday early afternoon there is no much trouble and the guy at the counter showed me the 2 devices he could offer. Nice to see, one was a BMW labled Gamin device, the other a nice offroad device. And that was the moment where we met Kurt. His business card said that he is a „really nice guy“ and I can just recommend him. He knows almost every stone and tree around Vegas within 150miles. He introduced me the offroad device he used by himself. I told him, I am looking for a zumo and unfortunately is hard to get one. He just answered „I don’t have on either but I can send you over to a guy who sell them“. WOW – I was impressed. The next hour we spend together at his desk getting all necessary information about our way to, thru and away from Death Valley. He rides a BMW himself, of course, and had several trips to this region. He showed me where the „moving rocks“ are located, the dry salt lake and some other interesting points, towns and so on. Overloaded with many detailed information we went to GPSCity which has a warehouse close to the BMW service center. These guys normally do just online business, shipping Garmin devices and additionals all around the US and Europe. But for us they opened their backdoor and we came out with a brand new zumo 660 – on Friday late afternoon.

Tal des Todes
Überglücklich habe ich das Ding am nächsten Morgen am Motorrad problemlos montiert und fahre seit dem mehr Sandpiste als gewollt. Es wies uns dann den Weg zum Death Valley. Die Durchquerung vertrugen wir gut. Endlich mal Wärme und zwar so, wie ich sie aus Süd- und Mittelamerika gewohnt. Heiß und um die 40°. Nur Lila begann innerlich zu kochen und am letzten Anstieg hinauf zum Zeltplatz zeigten alle Anzeigen auf rot – ein Notstoppp war also dringend geboten. Wir machten es uns in der Sonne gemütlich und Lila kühlte gemächlich ab. Ein unbekanntes Geräusch drang an unsere Ohren. Ich suchte die Quelle und wurde am Tankdeckel fündig. Als ich ihn öffnete, na? Da sah ich Blasen und viel Bewegung im Benzin. Den Anblick kenne ich von der morgentlichen Teezubereitung und wußte – oha, lieber den Deckel wieder drauf tun. Seit dem bremse ich früher und gönne der Diva zeitiger eine Auszeit. Der Ranger in diesem Nationalpark erklärte uns, daß man nur morgens (in aller Herrgottsfrühe) oder am späten Nachmittag (eher Abend) sich im Tal einigermaßen angenehm aufhalten kann. Dann sinken die Temperaturen auf unter 30°C und man kann die Landschaft genießen. Viel Grüner ist sie, als wir es erwartet hätten. Es gibt neben den Sträuchern auch viel Getier, Sanddünen und Reste der früher vorhandenen Salzseen. Und was nicht jeder weiß – der tiefste Punkt der Vereinigten Staaten befindet sich hier mit -84m.

Yosemite (sprich: Joßämetie)
Auf dem Weg zum Nationalpark trafen wir einen alten Bekannten wieder – Rodney. Wir hatten uns in Lone Pine am Lake Mono verabredet. Am späten Nachmittag lieferten wir uns eine kurze Verfolgungsjagd bevor wir unserer Freude über das Wiedersehen nachgeben konnten. Wir campierten außerhalb von Lone Pine am Lake June und wurden von David auf Bier und Lagerfeuer eingeladen. David stand quasi nebens uns als wir in Lone Pine endlich zum Stehen gekommen waren. Wir verbrachten den Abend vor dem Feuer und sinnierten über die Welt im Allgemeinen. Alte Erinnerungen wurden aufgefrischt und die letzten Eindrücke ausgewertet. Rodney war gerade San Francisco entflohen, dem Ort, der nach dem Park auf unserer Liste stand. Was lag da näher, als die letzten Neuigkeiten einzuholen. Am nächsten Tag ging es zum Lake Mono, einem der wenigen letzten Salzwasserseen im amerikanischen Binnenland. Die Flora und Fauna ist einzigartig, bedroht und man versucht intensiv, den See zu schützen und seinen Wasserpegel anzuheben. Bislang mit mäßigem Erfolg. So konnten wir aber immerhin noch Bereiche ablaufen, die in einigen Jahren bereits überflutet sein sollen. Der Abschied war kurz und wir bereits auf dem Weg in die Berge.

Der Yosemite ist ein Nationalpark unter vielen, aber vor allem bei Kletterern international bekannt. Wir haben uns unter anderem The Nose von unten angesehen und allein das sieht schon imposant aus. Hier am Fuße des Kletterfelsen warten tagsüber Leute mit Campingstühlen, um den Kletterern bei ihrer Arbeit zuzusehen, Fotos zu schießen und den Ausblick zu genießen. Da auch Nicole der Hintern brummte, nutzen wir 2 Tage zum ausgiebigen Wandern. Einen Tag erkundeten wir das Tal, daß durch viel Sonne angenehm warme Temperaturen anbot. Den anderen Tag erklommen wir den Yosemite Wasserfall und konnten von oben die imposanten Felsmassive bestaunen.

Schwieriger war das ergattern einer Übernachtungsmöglichkeit. Der Amerikaner reserviert gerne und so waren selbst um diese frühe Zeit im Jahr alle Campingsplätze restlos ausgebucht. In Höheren Lagen waren sie aufgrund der kalten Temperaturen noch geschlossen. So hieß es um 15Uhr in einer langen Schlange anstellen und hoffen, einen der tagsüber freigewordenen Plätze zu ergattern. Die gelang uns auch, wir konnten dadurch aber die Wanderungen nicht beliebig ausdehnen. Ansonsten wird hier überall vor dem Bären gewarnt. Essen muss in gepanzerten Schränken aufbewahrt und Fotos zeigen eindrucksvoll, was passiert, wenn man das Essen dennoch im Auto läßt. Der dicke Braune ließ sich aber gar nicht blicken, dafür streiften Rehe ums Zelt und Erdmännchen versuchten die fallen gelassenen Essensreste zu ergattern.

 

Roman


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„Abschied ist ein scharfes Schwert!“

Wir haben unseren Kurzurlaub beendet. Nach fünf Tagen Landleben in Alabama mit Vollpension und Rundumbespaßung zum absoluten Wohlfühlen, haben wir heute morgen wieder unsere sieben Sache auf die Mopeds geladen und die neue Reifen eingefahren. Ziel ist der Great Smokey Mountain National Park. Den durchkreuzen wir voraussichtlich morgen. Heute haben wir es mit knapp dreihundert Kilometern erst einmal locker angehen lassen. Wir freuen uns auf gaaaaaaanz viele Kurven und noch mehr Natur. Hoffen nur, dass es nicht dauerregnet. Nachts wär das mit dem neuen Zelt ja kein Problem, aber es fährt sich so unangenehm bei rund 25°C in den nicht atmungsaktiven Regeninlays…

Nächste Ziele: Mammoth Cave National Park, Kansas City, Elgin/Chicago,  Niagarafälle.

Und zwischendurch gibts dann auch mal wieder einen ordentlichen Artikel in diesem Blog. Ach so, den wird übrigens voraussichtlich auch Roman wieder nutzen. Ihr wollt ja schließlich alle wissen, ob die harte Schule, durch die er bei uns gegangen ist, was genutzt hat 😉

Also auf bald in diesem Theater!

Patrick


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Tune in on Interstate Radio 88point9

“Okay, so much for the recent news. Let’s have a look at the weather. Linda?!”

“Well, we look at a sunny morning with 68°. The day will stay mostly sunny. Temperatures will go up to 91° with a slight chance of thunderstorms in the late afternoon. And it will stay this way the upcoming days and over the weekend. Shelly?”

“Thank you for the good news, Linda! Looks like we’re all gonna be out for Barbeques on the weekend, huh?
But now we have to hear what Bob has to tell us from the traffic heli. I heard of outstanding things happening out there on the Interstate 40?!”

“You bet, Shelly! I just fly over the Interstate 40 heading east to Oklahoma City. You wouldn’t believe what’s going on here! Two super slow motorbikers are blocking the right lane. There are 75 mile per hour but these two crawl there way with not more than 69 mph. There is a long cue behind them. All the trucks have to overtake them. Wait, I take a closer look… Oh my God: They’re from Germany! Shelly, I have never seen motorcycles going that slow on the Interstate!!”

“Bob, are there any problems even outside Oklahoma State yet?”

“Well, couldn’t deny… but wait… now they turn of the Interstate onto the highway to New Orleans. Thank God!!!! Alright back to you Shelly. Rest of the traffic is calm and I need a beer.”

“Thanks Bob! After a short break we will play “Hit the road Jack” for those crazy Germans!”


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Meine Schnullerbacke

Es ist Wochenende und da erwartet unsere werte Leserschaft einen neuen Blogartikel. Schön zum Sonntagsfrühstück mit Kaffee und Brötchen. So solls denn sein.


Eigentlich gibt es nur Trauriges zu berichten. Alle verlassen mich! Zu den Spitzenzeiten bin ich mit fünf Männern gleichzeitig unterwegs gewesen. Nun gut, ein Genuss war es nicht immer. Aber Chris treibt sich lieber in Kuba herum, Rodney sucht sein Glück in San Francisco, Fred ist mit seiner Frida (Motorrad) beschäftigt und Roman ist lieber mit Lila und Nicole (ersteres Motorrad…) alleine unterwegs. Angeblich um mehr zu erleben. Tssss. Einer nach dem anderen ging seiner eigenen Wege. Nur Patrick fährt noch mit mir durch die Gegend. Fragt sich, wie lange noch.

O.k. ich gebe es zu, es könnte an mir legen, dass mich die Männer reihenweise verlassen. Ich habe eine astreine Fehlplanung hingelegt. In Berlin habe ich drei Tage dafür gebraucht, Patrick davon zu überzeugen, dass wir unsere warmen Schlafsäcke erst in Alaska brauchen. Skeptisch willigte er ein und wir sandten sie gemeinsam mit unserem neuen Zelt nach Alabama zu Gary. Da liegen sie nun und warten auf uns. Und wir, wir frieren. Kann ja keiner wissen, dass das Colorado Plateau auf 2500m liegt und nachts 29 Grad Fahrenheit sind. Ich weiß nicht, was das in Grad Celcius ist, aber es liegt eindeutig und auch gefühlt unterm Gefrierpunkt. Wir haben ein paar Dollar in eine Heiz-Fleece-Decke investiert. Die Heizfunktion konnten wir bisher noch nicht ausprobieren, auf den Zeltplätzen mit Frostgefahr gab es keine Steckdosen ;( Aber der Fleece ist auch so schön warm.

Ein weiterer Grund für den starken Männerschwund könnte meine viele Fotografiererei sein. Aber die Natur, die archäologischen Stätten und hier in den USA die vielen sehenswerten Nationalparks sind alle so fotogen, dass der Auslöser ganz heiß gelaufen ist von der vielen Benutzung. Aber Natur kann man eben besser sehen als beschreiben oder darüber erzählen. Unten der Beweis.

Vielleicht liegt mein Männerverbrauch auch am seit der Ausreise aus Mexiko fehlenden Adrenalinkick. Keine Gefahr eines Vulkanausbruchs (der Popocatepetl spuckt übrigens immer noch Asche), Erdbeben werden aktuell in den USA auch nicht verzeichnet und keiner fragt mehr, ob wir im Auftrag der Regierung unterwegs sind. Stattdessen befinden wir uns in einer „zivilisierten“ Gesellschaft, die wir, wenn es um Maße und Maßeinheiten geht, zwar nicht verstehen, in der wir uns aber ansonsten sehr gut zurechtfinden. Manchmal schaut man sogar in die Zukunft. Wir erleben hier bereits Sachen, die Europa wahrscheinlich in fünf bis zehn Jahren erreichen. Nur beim Thema „Alkohol“ sprechen wir eine andere Sprache. Die Alkoholgesetze in Utah sind schnell verstanden: nie viel Alkohol, den auch erst ab 21, keine Happy Hour und wenn man 35 Jahre alt ist oder jünger muss man seinen Ausweis beim Alkoholkauf zeigen!!!

Oh ja und da schneide ich mir selbst in meine Wunde. Gestern meinte Patrick doch vollen Ernstes, sein nächster Reisepartner muss zwei Kriterien erfüllen: Fleisch essen und Bier trinken… Nun es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Patrick mich verlässt und seine eigenen Wege fährt. Wenn er nicht vorab seiner neuen Profession nachgeht: Fahrer eines Kameramotorrads bei Radrennen. Aber auf einen bzw. eine ist immer Verlass: Supertranse, meine Schnullerbacke.

Jana

Und hier wie versprochen Bilder, die beweisen sollen, wie schön die Nationalparks sind. Und weil die Auswahl so schwer ist, kommt ein Nationalpark nach dem anderen dran. Den Anfang macht (…Trommelwirbel…): Zion Nationalpark. Viel Spaß beim Gucken.


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„Damn, I love Berlin!“

Wir sind tatsächlich drin. Kurzfristig hatten wir uns auf Anraten entschieden, einen anderen als den eigentlich geplanten Grenzübergang von Mexiko in die USA zu nehmen. Das Ergebnis sprach eindeutig für den Ratgeber. Also statteten wir ihm auch gleich einen Besuch ab. Von euch kennt ihn keiner- glaube ich – und ich hatte ihn auch 20 Jahre nicht gesehen. Aber hey, in Zeiten von Facebook sind Kontakte ja schnell geknüpft. Boris war, soweit wir uns erinnerten, mit mir gemeinsam in der 11. Klasse und wohnt seit 12 Jahren in Scottsdale, einem Vorort von Phoenix. Da mussten wir ja eh hin, weil Roman seine Nicole abholen wollte. Fred hatte uns ja bereits verlassen…
Die Schönheit von Phoenix – ich hoffe, ich trete da niemandem zu nahe – beschränkt sich in der Hauptsache auf sein Wetter. Wobei man selbst da wegen der Hitze noch Abstriche machen muss. Der Besuch bei Boris, seiner netten Frau Linda (perfektes Deutsch trotz amerikanischer Herkunft!) und seinem kleinen Max war aber der Hammer. Fassen wir es mit „tiefenentspannender Gastfreundschaft“ zusammen. Danke noch einmal und wir erwarten euch in Berlin!!!


Bevor ich 1989 ein Jahr als Austauschschüler in die USA ging, bereitete mich die entsprechende Organisation auf einen Kulturschock vor, den ich damals nie erlebt habe. Vielleicht hätte ich mich diesmal besser vorbereiten sollen. Jedenfalls empfand ich – aus Mexiko kommend und mit den Eindrücken aus Zentralamerika abgefüllt – die Ordnung, Sauberkeit, das Englisch und vor allem die klare Orientierung auf den Konsum wie eine unwirkliche Welt. Etwas später freute ich mich dann schon darauf, auf den Autobahnschildern in Deutschland mit den Abfahrten neben den Städten auch gleich die ortsansässigen Fastfood-Ketten und Tankstellenmultis genannt zu bekommen. Und bei Boris angekommen ging der erste Weg gleich ins Einkaufszentrum. Ausnahmslos Investitionen in die Fortsetzung der Reise, versteht sich: T-Shirts, Socken, Schuhe, Motorradstiefel, Tankrucksack, Reiseführer, Kamera… Draußen erregten weniger die Motorräder als vielmehr deren Aufkleber aus aller Herren Länder Aufmerksamkeit, so dass wir unsererseits schon bei dieser ersten Station mehr von unseren Geschenk-Aufklebern verteilten als wir das für diesen „aufgeklärten“ Teil der Welt insgesamt erwartet hatten.

Neu ausgestattet auf in Richtung Natur. Erster obligatorischer Stopp allerdings: Flagstaff. Hier tummelt sich, was zwei Räder und dazwischen einen Motor hat. Grund ist ein Mythos, besungen von Chuck Berry, eigentlich nicht mehr existent, aber immer noch befahren: die Route 66. Eine ganze nette Stadt im Grunde. Bekanntschaft machten wir hier vor allem mit viel Plastik / Plaste (Ordnung muss sein…), das sich um Fahrzeuge hüllte und das uns seither verfolgt. Ich sage es jetzt und hier: 1. Wir wollen sie nicht mehr sehen, diese Harleys mit Vollverkleidung und ihrem Subtext „meiner is aber größer!“ und 2. Findet ihr amerikanischen Rentner Reisen eigentlich so geil, weil eure Campervans („RVs“) größer sind als die Häuser in denen ihr sonst wohnt?
Der Grand Canyon war der Hammer! Man läuft oben an seiner Kante entlang von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt oder lässt sich ein Stück vom kostenlosen Shuttlebus mitnehmen und macht viel zu viele Fotos. Am Abend kommt man zurück zum Zeltplatz, ist ziemlich kaputt und kann die Eindrücke kaum begreifen. Da hats die Erde auseinandergerissen, ein wenig rumerodiert und ausgewaschen und schon ist man überfordert. Kleines Mensch…

Zum Glück denkt man dann doch schnell wieder an die vielen Begegnungen, die man hatte (reichlich Deutsche, Franzosen und Schweizer übrigens, die sich hier ihren Lebenstraum verwirklichen). Und man muss unweigerlich schmunzeln: „Where are you from?“ „Germany.“ Oh yeah? Where in Germany?“ „Berlin.“ „Damn, I love Berlin!“ Der hatte sich einen Aufkleber verdient!!!
Noch eine letzte Mitteilung aus aktuellem Anlass: Heute Morgen haben wir uns getrennt. Roman und Nicole fahren nunmehr auf anderen Wegen als Jana und ich. Das ist keine dramatische Entwicklung, sondern war von Anfang an so geplant. Wir wünschen gute Fahrt, viel Spaß und nicht zu viel Stress.
Auf uns warten als nächstes weitere Nationalparks hier in Utah, bevor wir uns auf den Weg nach New Orleans und Alabama machen. Aber davon, liebe Freunde, zu gegebener Zeit mehr.
Patrick


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Adieu „alte Welt“

Es ist kaum zu glauben, aber wir sind in den Vereinigten Staaten von Amerika angekommen. Das ist insofern überraschend, als wir nicht damit rechnen wollten, so leicht über die Grenze gelassen zu werden und als wir doch die Staaten südlich der USA tatsächlich auch gerne noch länger genossen hätten.

Jetzt beginnt ein neuer Teil der Reise. Für Roman, weil er ab heute Abend mit seiner Holden als Sozia nicht mehr über die Boppel springen kann, wie er will. Für uns alle, weil wir schon jetzt auf Fred verzichten müssen, der seiner Sehnsucht nach dem neuen Motor nicht widerstehen konnte und vor der Grenze in Richtung Alabama abgebogen ist. Und für Jana und mich, weil wir ziemlich bald tatsächlich allein weiterreisen werden. Aber erst kommen noch die amerikanischen Canyons mit dem anderen „Pärchen“.

Als Dankeschön an Mexiko hier noch ein kleiner filmischen Abschiedgruß aus dem Copper Canyon (es wird geraten, angeschlossene Lautsprecher auszuschalten – Windgeräusch!)


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Una noche extraordinaria

Este artículo es para Carlos y su familia. Con un agradecimiento de corazón por una noche maravillosa y la esperanza de un reencuentro. Gracias amigos para todo!

Es fing an, wie es für uns hier und da immer wieder mal anfängt. Aber diesmal kam es anders.

Nachdem ich die Mautstelle der Abfahrt Tula passiert hatte und mich eigentlich an die Fahrbahnseite stellen wollte, um auf die Durchfahrt der anderen zu warten, winkte von der anderen Straßenseite schüchtern ein schnauzbärtiger Mexikaner, ich solle doch mal zu ihm kommen. Wir versuchen in solchen Fällen gute Gäste zu sein. Also bin ich rüber und erwartete einen der üblichen Dialoge: „Buenos dias.“ „Buenos dias.“ „De donde son?“ „De Alemania.“ „Madre de dios! Cuanto cylindros tienen sus motos?“ „600.” usw., die nötigsten Sätze können wir ja jetzt, kurz bevor wir in die Englischzone / “zivilisierte Welt“ wechseln. Meistens gehört dann noch ein „Ich fahr auch Motorrad und war schon in den USA, Kanada, Guatemala und Argentinien“ dazu. So fing‘s auch diesmal an, mit dem Unterschied, dass ich auf Englisch angesprochen wurde und den üblichen Fragen schließlich folgte: „Was habt ihr hier vor? Wie lange bleibt ihr?“ „Wir wollen uns die Zona Archeologica anschauen und morgen weiter.“ „Wo werdet ihr wohnen?“ „Wissen wir noch nicht. Wir wollen in die Stadt fahren und uns was suchen.“ „Ein Freund von mir hat ein Hotel in der Stadt. Soll ich euch hinbringen und wir fragen nach dem Preis? Vielleicht gibt es eine Ermäßigung, weil er mein Freund ist.“ Okaaaaayyyyy. Hier wird es langsam interessant. „Si claro.“ „Fahrt mir hinterher!“ „Si claro!“ Wir mussten an der Einfahrt der Zona Archeologica vorbei. Dort hielt er plötzlich und stieg aus, um erneut mit uns zu reden. „Das hier ist die Einfahrt zu den Ruinen. Hier müsst ihr nachher hin. Ich habe eben überlegt: Ihr könnt auch gerne bei mir und meiner Familie zu Hause unterkommen.“ Ahaaaa. „Ich muss nur für einige Zeit in die Stadt und nachher würde ich euch dann mit zu uns nehmen.“ „Aber wir sind zu viert und wo sollen wir die Motorräder parken?“ „Kein Problem, ich habe ein großes Haus!“ „Na, wir würden uns erst einmal das Hotel anschauen, okay?“ „Überhaupt kein Problem.“

Natürlich war Walter, der Hotelbesitzer nicht vor Ort, als wir auf den Hof des 4-Sterne-Obdachs rollten. Die erste Preisansage lag dann auch gleich deutlich über unseren normalen Ausgaben für die Logie. Das änderte sich allerdings schnell. Und bei 250 mexikanischen Pesos pro Kopf und Nacht mit Frühstück, Tiefgarage und W-Lan konnten wir nicht mehr widerstehen. Eine kleine Enttäuschung war Dr. Carlos Uribe – Zahnarzt – durchaus anzumerken und irgendwie ahnte ich, dass wir ihn nicht zum letzten Mal gesehen hätten. Er hatte an dieser Stelle schon mehr für uns getan als viele andere, die mal eben die üblichen Eckdaten abfragen und über die wir uns trotzdem immer wieder freuen. Bevor er uns verließ, schrieb er mir noch seine Kontaktdaten auf und ich drückte ihm unseren Aufkleber in die Hand.


Einen Blogeintrag und eine Email von ihm und ein Telefonat später waren wir verabredet. Seine Frau wolle uns kennenlernen und sein neunjähriger Sohn sei ebenfalls heißdrauf diese Leute zu sehen, die mit den Motorrädern durch Mexiko fahren. Er holte uns ab und wir fuhren mit ihm und Carlos jun. in den Nachbarort, wo sie wohnten. Ihr erinnert euch: „Ich habe ein großes Haus!“ In der Einfahrt standen drei Autos. Sie war halb gefüllt. Von der Einfahrt gingen verschiedene Türen ab: „Das waren früher die Pferdeställe. Heute sind da Wohnräume, die wir eigentlich nicht nutzen. Da wärt ihr untergekommen.“ „…“ „Aber das ist in Ordnung, ich verstehe, dass ihr nicht einfach mitgeht.“ „…“ Durch ein weiteres Tor in den Hof mit Rasen. Hier kamen uns Carmen, Carlos‘ Frau, und deren Schwester, Alicia, entgegen und begrüßten uns herzlich. Zum Glück hatte Jana noch schnell Blumen besorgt (die gibt hier übrigens nicht einfach als Strauß. Entweder man kauft ein extrem üppiges Gesteck und geht damit zu einer Beerdigung oder man ersteht gleich eine passende Vase dazu…). Dann vorbei an Pferdesätteln, Hüten, Lassos und Schafsfellen ins Haus. Der Tequilla, der uns gleich mal eingeschenkt wurde, kam zur rechten Zeit: DAS HEIM WAR GROSS! Mehr noch als das Heim begeisterte allerdings, was folgte. Es wurde viel erzählt. Wir Deutschen tranken einigermaßen viel Tequilla und ein wenig Bier. Es gab Brötchen mit Bohnenpaste, Chorizo und Käse. Und irgendwann fühlte man sich wie zuhause. Kein Wunder, weil man uns ja auch ständig sagte: „Mi casa es su casa!“

Aber der Höhepunkt dieses wirklich tollen Abends war der Moment, in dem Carmen zur Gitarre griff und anfing zu singen: DER HAMMER! Sie war mal mindestens ein Star in Mexiko und ist deshalb natürlich auch bei Youtube zu bewundern mit ihren Mariachis: Guckst du!

Wir haben heimlich mitgeschnitten. Und hier könnt ihr sehen: Sie ist eigentlich noch viel besser!


Leider hat sie das professionelle Singen an den Nagel gehängt, nachdem sie ihren Zahnarzt geheiratet hatte. Wir jedenfalls waren geplättet von allem, was uns dieser Abend schenkte. Ein Moment, der eine solche Reise wirklich zu einer besonderen macht und nicht nur meine Wenigkeit dachte bei der Suche nach Vergleichsmöglichkeiten immer wieder an Noel und Andrea in Uruguay, die einfach unerreicht sind.

Viel zu spät näherte sich der Abend dem Ende. Bevor wir ins Hotel gefahren wurden, hielt er aber doch noch weitere Überraschungen bereit:
Überraschung 1:. Wir bekamen eine schöne und voraussichtlich leckere Flasche Tequilla geschenkt.
Überraschung 2: Wir wurden aufgefordert, ein Schafsfell einzupacken, ohne, dass wir danach gefragt hätten (das wird in naher Zukunft eine Wohltat für unsere Hintern sein, wenn wir durch die unendlichen Weiten Kanadas rollen).
Überraschung  3: Fast schon ins Auto eingestiegen wurde der frisch angetraute Ehemann der überaus herzlichen Alicia aufgefordert, dort noch etwas aus seinem Repertoire seines professionellen Daseins als Ranchero (quasi sowas wie ein mexikanischer Cowboy, aber natürlich auch wieder was völlig anderes) zum Besten zu geben. Also schwang er das Lasso und sprang und hüpfte, dass es eine Freude war.

Im Hotel angekommen, verschoben wir die Abfahrt für den nächsten Tag um eine Stunde nach hinten und schliefen selig ein, froh, uns nicht gesträubt, sondern einfach ja gesagt und den „Alltag“ einer solchen Reise für ein paar Stunden verlassen zu haben. Merke: Mütter haben zwar immer Recht aber manchmal kann und sollte man auch mit Fremden gehen!

Grüße bis zum nächsten Mal,

Patrick


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