Ice Ice Baby

Man hat ja eigentlich nicht jeden Tag die Chance, einen Ausflug in längst vergangene Zeiten der Erde zu machen. Vielleicht ist die Eiszeit auch nicht unbedingt das Zeitalter, in dem man hätte leben wollen – büschen kalt halt. Wir sind trotzdem mal los zu den Nationalparks mit den Gletschern in Chile und Argentinien – für unsere Leser ist uns selbstverständlich kein Weg zu beschwerlich. Naja, was soll ich sagen: Ziemlich cool. Das nur für das Wortspiel. Treffender wäre zu schreiben: Atem beraubend schön! Und wir hatten auch noch Glück.

Reiseführer: „Der 2400 qm große Nationalpark trägt seinen Namen ‚Türme von Paine‘ nicht von ungefähr, senkrecht ragen die Granitspitzen bis über 2000 m in die Höhe und bieten – zumindest, wenn einmal keine Wolken den Blick verstellen – eines der spektakulärsten Postkartenmotive in ganz Südpatagonien.“

Tag 1


Tag 2

Tag 3

Tag 4

Mammuts haben wir bei unserer Bootsfahrt an den Glacier Grey (Chile) und beim Ausblick von den Balkonen am Perito Moreno keine gesehen. Verstecken sich bestimmt in irgendwelchen Höhlen im Eis. Dafür sprechen auch die gewaltigen krachenden Geräusche, die einem aus den Gletschern entgegen hallen. Ein paar Kondore allerdings schwebten dann doch über uns. (Zwischenbemerkung an den Quotenbiologen der Familie: Kein Teleobjektiv, keine Nahaufnahmen von Kondoren – sorry) Gewaltig.

Und über die menschliche Natur haben wir auch wieder etwas gelernt: Hunderte schauen gebannt auf diese unglaublichen Schönheiten aus Eis und was verzückt ihr Herz? Die Selbstzerstörung der Riesen, der Moment, in dem sie „kalben“, also eine Teil ihrer Eismassen mit einem unglaublichen Donner als Eisberge in den jeweils zugehörigen See entlassen.

Fazit: Wer mal in Argentinien und/oder Chile ist: Unbedingt GG* machen.

Motorradanekdote zum Schluss: Vor der Transferetappe von „Torres del Paine“ zum Perito Moreno hatte man uns gewarnt, dass es ein Problem mit dem Benzin geben könnte. Nach Streiks verschiedener Berufsgruppen (Raffineriearbeiter, LKW-Fahrer…) sollte die Versorgung noch nicht wieder perfekt sein. So kam es auch. Sämtliche Tankstellen (das klingt viel, sind aber eigentlich nur zwei) zwischen dem Nationalpark in Chile und der Stadt El Calafate waren trocken. Bei einer Mindestentfernung von 341km und einer Maximalreichweite unserer Tanks (einschließlich Extrakanistern) von ca. 320km spricht das für ein logistisches Problem. Da half auch der kleine Umweg zu einer weiteren Tankstelle in La Esperanza nicht. Dort strandeten wir und sondierten die Möglichkeiten: 1. Hotel in der Einöde, in der Hoffnung, dass wie angekündigt am nächsten Nachmittag der Tankwagen käme, 2. mit einem Moped ca. 140km in die nächste Stadt fahren, volltanken, irgendwie Extrabenzin laden, zurückfahren, Mopeds betanken und hoffen, dass es bis nach El Calafate reicht oder 3. Autofahrer im wahrsten Sinne des Wortes anpumpen. Wir haben uns schließlich von einem Argentinier ein Schild schreiben lassen und am Ende tatsächlich jemanden gefunden, der uns ein paar Liter in unsere Tanks gefüllt hat. Mal wieder so ein Südamerikaerfahrung…

Soweit für heute. Weiter geht’s ab morgen in El Chaltén am Fuße des Fitz Roy. Bis dahin Grüße in die Heimat!

**GG = Gletscher-Glotzen


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